022016

Zeitschrift für Strategie & Entwicklung
in Gesellschaft und Kirche

Foto: Salvatore Ventura

022016

Religion - Treiber von Inklusion und Exklusion

Foto: Daniel Alvarez Sanchez Diaz

Aladin El-Mafaalani

Religionskritik und Ausgrenzung

Über Religionen können ganz unterschiedliche Botschaften transportiert werden. Wir erleben, dass die zentralen Inhalte von Religionen Barmherzigkeit, Mitgefühl und Liebe sind, dass sie in umfassender Form sinnstiftende Deutungsangebote machen und nicht zuletzt auch gemeinschaftsbildend wirken. Gleichzeitig wurde durch oder im Namen von Religionen regelmäßig viel Unheil angerichtet, Angst und Hass geschürt, wodurch nicht zuletzt auch Ausgrenzung, Gewalt und Verfolgung legitimiert und praktiziert wurden. Entsprechend zeigen Studien, dass religiöse Menschen (auch Muslime) besonders selten kriminelles bzw. abweichendes Verhalten zeigen; allerdings kann extrem orthodoxe Gläubigkeit auch zu Extremismus führen.

Konzept

Statements

Praxis

Werkzeuge

Service & Dialog

Bonustrack

Editorial

Die junge Möwe sieht anders aus. Sie tanzt aus der Reihe, schaut in die falsche Richtung – oder etwa nicht? Können sich so viele ausgewachsene Möwen irren? Was ist normal? Wieviel Abweichung ist erlaubt? Müsste sie sich nicht einordnen? …

Wir leben in bewegten Zeiten. Die Wirklichkeit ist unübersichtlich, Entwicklungen lassen sich kaum noch überblicken, geschweige denn vorhersagen. Soziologen sagen, wir befinden uns an der Schwelle zur nächsten Gesellschaft. Die territorial und nationalstaatlich abgegrenzte Gesellschaft, wie wir sie kennen, funktional differenziert und dennoch überschaubar, die sich seit dem 16. Jahrhundert in dieser Form herausgebildet hat, sie vergeht. Welt bleibt. Die Revolution der Kommunikationsmedien macht Grenzen immer durchlässiger. Die Globalisierung holt uns ein: Fremde Kulturen und Religionen, aber auch Umweltzerstörung, Armut und Gewalt machen an unseren Grenzen nicht halt. Wir sind unaufhaltsam auf dem Weg zur globalen (Welt-)Gesellschaft.

Das verunsichert gewaltig. Es löst Ängste aus, die Kontrolle zu verlieren und selbst zu den Verlierern zu gehören. Einfache Lösungen haben Konjunktur: schwarz oder weiß, innen oder außen, gut oder schlecht. Verriegeln wir doch erst einmal unsere Türen und vernageln wir unsere Fenster. Einbuchten und ausgrenzen. Wütend, trotzig, blind. Schuld haben immer die anderen. Vielleicht hilft das? Unterkomplex im Denken, selbstbezogen in der Haltung, uniform im Verhalten. Es hilft für den Moment, aber vieles deutet darauf hin, dass wir uns nicht (mehr) abschotten können, um unser kleines Glück zu retten. Das wäre angesichts der globalen Umwälzungen naiv.» weiterlesen...

Autor

Valentin Dessoy

Kirchenentwickler, Autor, Geschäftsführer kairos. Coaching, Consulting, Trai­ning

  • Mail: valentin[.]dessoy[at]futur2[.]org