Aktuelle Ausgabe

Freiheit und Ordnung

Fragmentarität auf Augenhöhe

In der Konsequenz zeigte sich ein zunehmend einseitiger, deutungshoheitlicher Anspruch, der sich lange noch als Autorität der Gesellschaft behauptete und sich später dann zumindest als (das „einzig wahre“) Parallel-Angebot zur postmodernen Multioptionalität verstand. Innerhalb dieser Ordnung jedoch blieb der Umgang mit Freiheit und Selbstbestimmung schwierig und unaufgearbeitet – vermutlich nicht zuletzt auch aufgrund der Befürchtung, ...

Der Stellenwert von Respekt in unserer Gesellschaft

Sehr geehrter Herr Scholz, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen, um die Frage des Stellenwertes von Respekt in unserer Gesellschaft zu erörtern. In unserer Gesellschaft erfahren immer mehr Menschen Respektlosigkeit. Gleichzeitig erkennen wir einen Rückgang des Respekts gegenüber Institutionen wie dem Bundestag und den Abgeordneten durch den versuchten Sturm des ...

Von der Ordnung der Religion und der Freiheit des Glaubens

Ordnung und Freiheit – ein ziemlich spannendes Wortpaar. Ergänzen sie sich? Widersprechen sie sich? Oder schließen sie einander sogar aus? Am Anfang von allem steht das Chaos in das hinein Gott* eine Ordnung wirft. Am Anfang unseres je eigenen Zugehens auf die Welt steht ebenfalls die Ordnung. Wir wählen aus, verwerfen, verknüpfen und bündeln, sortieren ...

Der Kampf um die Deutungshoheit – Reflexionen zum Synodaler Weg

Der Kampf um die Deutungshoheit beweist: hier geht es um was! Er scheint – zumindest für mich – eines der zentralen Subthemen des Synodalen Wegs der Katholischen Kirche in Deutschland zu sein: Der Kampf um die Deutungshoheit. Vor allem vor und nach den großen Vollversammlungen, ob präsent in Frankfurt, dezentral in den Regionalversammlungen oder online ...

Chancen im Scheitern synodaler Prozesse?

„Die Kirche ist keine menschliche Organisation, sie ist der Tempel des Heiligen Geistes", sagte Papst Franziskus an Pfingsten. Es gehe nicht um Traditionalisten und Erneuerer, das Ziel müsse „Harmonie in Verschiedenheit sein.“ Vergleichbares sagen manche Beteiligten und Beobachter*innen des Synodalen Wegs (SW), beschwören das Schreckgespenst der Spaltung und verwenden gerne das böse Wort „Maximalforderungen“. Die ...

Der Ausbruch aus der Zoom-Kachel

Das Videokonferenztool Zoom hat mit dem Update sein Design geändert. Statt in der wunderbar ästhetischen Ordnung zu verharren, in der mein eigenes Bild nur in eine der vielen geometrisch perfekt ausgerichteten Kacheln in eine Zusammenschau eingereiht wird, kann man nun die Personen in einen gemeinsamen virtuellen Hintergrund mit zahlreichen Möglichkeiten, Karibikinseln inklusive, platzieren. Was für ...

Corona- und Klimakrise aussitzen? Freiheit zukünftiger Generationen nicht verspielen

Die Corona-Pandemie hat uns gesamtgesellschaftlich vor Augen geführt, was wir an unseren Freiheiten haben, aber auch, wie fragil und wie ungleich sie verteilt sind. Der eigene Garten wird zur Oase der Freiheit, wenn sogar Spielplätze geschlossen sind. Und ein stabiler Internetzugang wird zum Nadelöhr der Teilhabemöglichkeiten im Distanzunterricht. Grundrechte wurden eingeschränkt, um Leben zu schützen ...

Freude und Hoffnung – Trauer und Angst

Ein Jahr Corona - und von unseren bisherigen Vorstellungen von „Freiheit und Ordnung“ im 21. Jahrhundert scheint nicht mehr viel übrig geblieben zu sein. Oder hätten wir je geglaubt, dass wir eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum akzeptieren, nachdem wir die letzten Jahre so um Kopftuchverbot und Verschleierung gerungen haben? Dass wir anordnen, wie weit der ...

Es bleibt alles anders – 10 Jahre futur2

Wie alles begann Im Jahr 2011 ging die erste Ausgabe der online. Herausgeber waren Valentin Dessoy, Gundo Lames, Martin Lätzel und Frank Reintgen. Nach intensiven, konzeptionellen Überlegungen gründeten die vier dazu die futur2 GbR. Vision der Gründer war es, eine Onlineplattform zum Themenfeld „Strategie und Entwicklung in Kirche und Gesellschaft“ zu etablieren. In der Folge ...

Rezension: Monika Kling-Witzenhausen: Was bewegt Suchende?

Monika Kling-Witzenhausen: Was bewegt Suchende? Leutetheologien – empirisch–theologisch untersucht, Stuttgart 2020 Welche Themen bewegen Gläubige, die für existenzielle Grundfragen und Antwortversuche empfänglich sind, und sich in bestimmtem Maße vom kirchengemeindlichen Leben "angezogen" fühlen, dort aber nicht aktiv teilnehmen? Dieser Frage geht Monika Kling-Witzenhausen in einer empirisch-theologischen Untersuchung über Leutetheologien nach, die unter dem Titel "Was ...

Rezension: Benedikt Jürgens/Matthias Sellmann (Hg.): Wer entscheidet, wer was entscheidet?

Das vor kurzem von Benedikt Jürgens und Matthias Sellmann herausgegebene Buch "Wer entscheidet, wer was entscheidet? Zum Reformbedarf kirchlicher Führungspraxis" fällt mitten in eine Zeit schwerster Krise der katholischen Kirche. Nicht zuletzt wird in den vergangenen Jahren zunehmend insbesondere die kirchliche Entscheidungspraxis angefragt. So verstehen Jürgens und Sellmann ihr Buch als Beitrag zum synodalen Weg ...

Ursprüngliche Freiheit und befreite Ordnungen – Kirchentheoretische Orientierungslogiken im komplexen Gelände

1. Verwachsenes Dickicht Freiheit und Ordnung scheinen auf den ersten Blick durch einen Gegensatz gekennzeichnet zu sein – zumindest, wenn man das Begriffspaar mit dem Hintergrundrauschen europäisch geprägter Geistes- und Kulturgeschichte im Ohr hört. Freiheit steht dann in der Regel für das Moment der Selbstbestimmung, die sich emanzipatorisch an Vorgaben abarbeitet, die der eigenen Autonomie ...

Nur das Änderbare können wir akzeptieren, oder: Freiheit als öffnende Einschränkung

Verfallsdiagnosen sind en vogue. In welche Tageszeitung, welches Wochenblatt, welchen Blog auch immer man schaut: die Anfälligkeit der Gegenwartsgesellschaft für ihren Verfall wird überall gesehen, an vielen Stellen auch beschworen. Beklagt werden Einbußen an Übersichtlichkeit, an Berechenbarkeit, an Gestaltbarkeit, an Verläßlichkeit, und mitlaufend unterstellt wird eine Normalität, in der all dies selbstverständlich gewesen sei – ...

Transformationsethik in Zeiten des radikalen Wandels

„Große Transformation“: eine epochale Gegenwartsdiagnose Der Terminus „Transformation“ hat im politischen, ökonomischen und ökologischen Diskurs seit einigen Jahren Konjunktur als Leitbegriff der Gegenwartsdiagnose. Gemeint ist damit ein tief greifender gesellschaftlicher Wandel, der nahezu alle Bereiche betreffe und an Tiefen- und Breitenwirkung mit den im frühen 19. Jahrhundert durch die Erfindung der Dampfmaschine ausgelösten Veränderungen vergleichbar ...

Warum die Kirche keine Zukunft hat

11 Provokationen Persönliche Vorbemerkung Dieser Text hat schon vor seiner Veröffentlichung Kontroversen ausgelöst. Ich rechne damit, dass er auch bei den Lesern der auf ebenso energischen, teilweise empörten Widerspruch stoßen wird wie auf dankbare Zustimmung. Möglicher Hauptangriffspunkt ist die notwendigerweise flächige, weit ausgreifende und nicht um tausend Differenzierungen bemühte Darstellung, die auch als gewalttätig, unfair und ...

Editorial

Ordnungszusammenhänge, wie wir sie kennen und auf die wir uns in der Vergangenheit verlassen konnten, werden brüchig und zunehmend infrage gestellt. Die hiermit einhergehende Erfahrung strukturellen Kontrollverlusts ist für viele Menschen sehr belastend. Man zieht sich in Bezüge zurück, in denen die eigenen Einstellungen bestärkt werden. Die Verführung, nach einfachen Lösungen zu greifen und jenen ...

futur2 möglich machen

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