012026

Dynamiken des Wandels

Hans-Ferdinand Angel

Die unsichtbare Grammatik des Wandels

Ob gesellschaftlicher Wandel gelingt, hängt nicht allein von Wissen, Technologien und professionellem Veränderungsmanagement ab, sondern auch davon, was Menschen für glaubwürdig, möglich und wünschenswert halten – und wie sie Veränderungen emotional verarbeiten. Diese körperlich-mentalen Glaubensvorgänge, in denen Kognition und Emotion zusammenwirken, werden in der Wissenschaft als Creditionen bezeichnet.

Editorial

Was, so haben wir uns in der Redaktion gefragt, kann man eigentlich noch Neues über Strategie und Entwicklung in Gesellschaft und Kirche schreiben? Sind nicht alle Gedanken gedacht, alle Konzepte konzipiert, alle Statements abgegeben, alle Diskussionen diskutiert?

Eine Perspektive aber scheint uns unterbelichtet, auch bei uns im Magazin. Wir haben oft eine pastoraltheologische und soziologische Perspektive angeboten, und das nicht ohne Grund. Aber innerhalb der Praktischen Theologie gibt es auch eine elaborierte Pastoralpsychologie, die individual-, sozial- und religionspsychologisches Wissen mit theologischer Reflexion verbindet.

Einmal dezidiert aus dieser Perspektive auf Dynamiken von Transformation zu schauen, ist für uns lohnenswert. Es kommen kognitive, emotionale und systemische Tiefenschichten des Wandels in den Blick, genauer und gründlicher. Die Beiträge dieser Ausgabe liefern dabei weder eine Blaupause noch eine gemeinsame Transformationsvision. Sie folgen dem Gedanken, dass Kirche sich gegen tiefgreifenden Wandel gerade dadurch immunisieren könnte, dass sie Veränderung an psychologischen Hinweisen vorbei zu organisieren versucht. Wir wünschen gute Lektüre.

Autor

Jan-Christoph Horn

Supervisor (DGSv, DGfP), Seniorcoach (DGfC), Theologe

Autor

Ludger Verst

Theologe, Personzentrierter Berater, Publizist | Inhaber von INTERFAITH

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