Editorial
Was, so haben wir uns in der Redaktion gefragt, kann man eigentlich noch Neues über Strategie und Entwicklung in Gesellschaft und Kirche schreiben? Sind nicht alle Gedanken gedacht, alle Konzepte konzipiert, alle Statements abgegeben, alle Diskussionen diskutiert?
Eine Perspektive aber scheint uns unterbelichtet, auch bei uns im Magazin. Wir haben oft eine pastoraltheologische und soziologische Perspektive angeboten, und das nicht ohne Grund. Aber innerhalb der Praktischen Theologie gibt es auch eine elaborierte Pastoralpsychologie, die individual-, sozial- und religionspsychologisches Wissen mit theologischer Reflexion verbindet.
Einmal dezidiert aus dieser Perspektive auf Dynamiken von Transformation zu schauen, ist für uns lohnenswert. Es kommen kognitive, emotionale und systemische Tiefenschichten des Wandels in den Blick, genauer und gründlicher. Die Beiträge dieser Ausgabe liefern dabei weder eine Blaupause noch eine gemeinsame Transformationsvision. Sie folgen dem Gedanken, dass Kirche sich gegen tiefgreifenden Wandel gerade dadurch immunisieren könnte, dass sie Veränderung an psychologischen Hinweisen vorbei zu organisieren versucht. Wir wünschen gute Lektüre.
