„Art & Amen“ oder die Kunst, einen schlafenden Riesen zu wecken

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St. Michael in der Kölner Innenstadt ist das Wahrzeichen des Brüsseler Platzes – einer der beliebtesten Plätze Kölns. Im Sommer ist der Platz abends „rappelvoll“. Die Kirche aber war leer. Der Platz und das umgebende Viertel pulsiert vor Leben und Kreativität. Die gewaltige Kirche inmitten des Belgischen Viertels wurde nur noch von einer überalterten und stark geschrumpften Gemeinde genutzt – St. Michael war sozusagen zu einem schlafenden Riesen geworden. So kann die Ausgangslage umrissen werden.
In dieser Situation entstand im Jahr 2011 unter dem Titel „Art & Amen“ eine Initiative, St. Michael mit Veranstaltungen zu „bespielen“, die sich im Grenzbereich zwischen Kultur und Kult bewegen. Die Veranstaltungen finden statt, wenn der Platz gut besucht ist; also an den Abenden der wärmeren Jahreszeiten.
Die Besucherzahlen und die begeisterten Rückmeldungen auf diese Form der Öffnung einer katholischen Kirche sind ein deutliches Signal in dieser Richtung weiter zu arbeiten.
Dieser Artikel will die Entwicklung und die Erfahrungen dieses Projektes nachzeichnen – und durchaus Mut machen, an anderen belebten Orten Ähnliches zu probieren.