022015

Foto: Rolf Brecher: Pedestrians - Fußgänger (CC BY-SA 2.0), Bildausschnitt

Praxis

Olaf Harig, Klaus Becker und Ute Wagner

„Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib“ (Sprüche 16,24)

Anspruch und Selbstverständnis eines Projektes der Katholischen Kirche in einer saarländischen Fußgängerzone

1. Weshalb Momentum – Kirche am Center?

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Neunkirchen liegt im südöstlichen Teil des Saarlandes. Die Mittelstadt gehört mit ihren 45000 Einwohnern territorial zum Bistum Trier und  zu den dicht besiedelten Gebieten im Saarland.  Menschen aus 92 Nationen wohnen und leben in dieser Stadt. Neunkirchen hat in den letzten 35 Jahren einen Strukturwandel von einem Industrie- zum Dienstleitungszentrum vollzogen. Als Sinnbild dieser Entwicklung steht zum einen das alte Eisenwerk, das 1982 geschlossen wurde, aber noch in Teilen als Denkmal zu sehen ist. Zum anderen wurde 1989 ein großes Einkaufszentrum eröffnet. Es umfasst eine Verkaufsfläche von 33.500 m², 1.600 Parkplätze und 130 Geschäfte und Dienstleister. Täglich besuchen dieses Einkaufszentrum bis zu 25.000 Menschen. Das sind mehr Menschen, als derzeit in der Innenstadt Neunkirchens wohnen. Allerdings ist Neunkirchen mit Saarbrücken noch immer das Gebiet, mit den stärksten sozialen Problemen im Saarland. Dies ist ein Grund, weshalb sich viele konfessionelle und nicht-konfessionelle Dienstleistungsträger der Kirchen und der Sozialen Arbeit dort seit Jahren engagieren.

Dieser neue kirchliche Ort sollte zentral in der Innenstadt gelegen sein, und einen offenen und einladenden Zugang erhalten. Menschen sollten hier gastfreundlich empfangen, angenommen und unterstützt werden.

Aus der kirchlichen Binnenperspektive betrachtet, hat dieser Strukturwandel auch Folgen für die Kirchenentwicklung gehabt. Der Pastoralplan des Dekanates Neunkirchen stellt 2008 fest, dass Abbruchprozesse von Menschen mit Kirche und Entkirchlichungstendenzen auf das Ende des volkskirchlichen Modells im Stadtgebiet seit längerer Zeit hinweisen. Die katholische und evangelische Kirchengemeinde gaben in den folgenden Jahren auf dem Stadtgebiet sechs Kirchengebäude auf. Die katholische Kirche hat dort in den letzten Jahrzehnten in sozialer und individueller Hinsicht enorm an Bedeutung verloren.

2. Momentum – Kirche am Center, ein innovatives Projekt und seine Ziele

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Momentum von außen

Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann regte im Rahmen einer Bistumsdechantenkonferenz 2011 an „Seelsorge neu zu gestalten“ und dabei auch „beispielhaft besondere Signale zu setzen“. Dieser Aufruf und die beschriebene Analyse haben 2012 dazu geführt, dass Dechant Olaf Harig und Dekanatsreferent Klaus Becker eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der wichtigsten kirchlichen Institutionen bildeten, die im Raum Neunkirchen tätig sind. Auftrag war es, eine Projektidee zu entwickeln, die die Botschaft vom angebrochenen Reich Gottes in Wort und Tat erfahrbar werden lässt.

So entstand die Idee, ein neues kirchliches Zentrum zu eröffnen.  Menschen sollten hier Kirche in ihren unterschiedlichen kirchlichen Arbeitsfeldern wahrnehmen. Dieser neue kirchliche Ort sollte zentral in der Innenstadt gelegen sein, und einen offenen und einladenden Zugang erhalten. Menschen sollten hier gastfreundlich empfangen, angenommen und unterstützt werden. Dabei soll der Glaube eingebracht, vorgeschlagen und angeboten werden (vgl. den Brief der französischen Bischofskonferenz an die Katholiken in Frankreich „Proposer la foi dans la société actuelle“ aus dem Jahr 1996). Es sollten Kontakte zu Passanten auf Straßen und Plätzen der Innenstadt gesucht werden, mit dem Ziel neue Beziehungen zwischen Kirche und Gesellschaft anzuregen.

Projektziele

Vor diesem Hintergrund wurden vier Projektziele entwickelt:

  • Katholischer Kirche Impulse zu einer Sozialform geben, die in das 21. Jahrhundert passt.
  • Jesus Christus bezeugen, helfende und heilende Begegnungen schaffen und Gotteserfahrung ermöglichen.
  • Kirche missionarisch leben.
  • Haupt- und Ehrenamtliche engagieren sich gerne für dieses Projekt. Sie sollen sich als „missionarische Jünger“ (EG 110) Christi in den Dienst des Nächsten stellen.

Angebotsbereiche

Diese vier Ziele sollen nun in einem Projektzeitraum zwischen 2013 und 2018 durch vier unterschiedliche Angebotsbereiche erreicht werden:

  • Durch offene Gesprächszeiten sollen Menschen Gastfreundschaft erfahren. Im Sinn einer „gastfreundlichen Seelsorge“ (vgl. Zerfass) sollen vor allem fremde Menschen aufgenommen („beherbergt“) werden. In festgelegten Öffnungszeiten sollen sich immer mindestens zwei Mitarbeiter den Gästen wertschätzend zuwenden und ihnen Raum anbieten, in dem sie sich verändern können (z. B. von der Leid- zur Hoffnungsperspektive).  Menschen soll so die Gelegenheiten geben werden, Gott zu suchen und zu finden.
  • Die Vielfalt der Selbstvollzüge von Kirche und deren Diensten wird sichtbar, indem es zur Vernetzung mit anderen kirchlichen Institutionen an einem kirchlichen Ort kommt. So sollen Fachberater der kirchlichen Dienste, die als Kooperationspartner das Projekt unterstützen, jeweils dienstags bis freitags vor Ort sein. Dadurch erfahren die Besucher, dass Fachkräfte der Lebensberatung, des Hospizdienstes, der Caritas und anderen Diensten zum breiten Spektrum wichtiger kirchlicher Dienste gehören.
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Momentum von innen

  • Das Projekt hat eine bewusste und profilierte missionarische Ausrichtung. Ziel ist es, gezielt auf Fremde zuzugehen, sich absichtslos und verschwenderisch anzubieten. Wie im Gleichnis vom Sämann (Lk 8, 4-15) geht es darum, das Wort Gottes wie eine Saat auszusäen und zu schauen, wo es auf fruchtbaren Boden fällt. Dementsprechend sollen monatliche Veranstaltungen drinnen und draußen auf den Straßen und Plätzen Neunkirchens stattfinden. Das Programm soll zum größten Teil von Menschen aus kirchlichen Organisationen angeboten werden. Dadurch entstehen Kontakte von Kirche zu Menschen, die in unterschiedlichen Kontexten leben.
  • Die seelsorgerischen Dienste zur Besetzung der offenen Gesprächszeiten werden durch ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter geleistet werden. Es müssen dies Menschen sein, die bereit sind aus einer christlichen und sozialen Motivation heraus ihre Zeit und Begabungen einzubringen und die in der Kirche mit geistlichem Elan neue Ideen entwickeln und neue Wege gehen möchten, um gemeinsam mit anderen auf die Fragen und Nöte unserer Zeit Antworten zu finden. Durch die vielfältigen Beteiligungsformen (Gesprächspartner sein, Programmgestalter sein, Kuchenspender sein, Homepagegestaltung übernehmen usw.), können Menschen ihre Charismen einbringen und neue Talente an sich entdecken, wodurch sich das Projekt zu einem attraktiven Feld für Engagement innerhalb der Seelsorge entwickeln soll.

Durch die vielfältigen Beteiligungsformen (Gesprächspartner sein, Programmgestalter sein, Kuchenspender sein, Homepagegestaltung übernehmen usw.), können Menschen ihre Charismen einbringen und neue Talente an sich entdecken

Das Projekt wurde im Frühjahr 2012 von der Leitung des Bistums Trier für 5 Jahre genehmigt. Es heißt Momentum – Kirche am Center. Momentum vereint dabei zwei Aspekte: den Moment, also den Augenblick des Innehaltens und des Sich-Besinnens. Gleichzeitig ist in diesem Moment aber auch Bewegung: da bewegen sich Menschen und Kirche miteinander. Beide Aspekte von Momentum verdeutlichen auch das Logo.

Der Standort der Momentum-Immobilie liegt in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums, das eingangs beschrieben wurde.

3. Zwei Jahre Momentum – ein Moment für ein Resümee

Es gibt Pfarrer i.R., pensionierte Lehrerinnen, einen Richter, Hausfrauen, Menschen aus Pflegeberufen und aktive Seelsorgerinnen und Seelsorger im Team Momentum. Nach anfänglicher Unsicherheit, ob sie den Erwartungen der Besucher entsprechen und wie sie sich – konfrontiert mit Lebensschicksalen verhalten sollen, haben alle mit der Zeit und mit Erfahrungen gelernt und sindsicher im Umgang mit Besuchern geworden.Dieser Lernprozess wurde begleitet durch Instrumente der kollegialen Praxisberatungen, Schulungen und im Kontakt mit Fachberatungen der kirchlichen Dienste. Ein sogenannter Lotsenordner mit Kontaktdaten zu wichtigen Unterstützungssystemen wie z. B. Beratungsstellen, Jobbörse, Caritas oder Diakonie steht den Ehrenamtlichen zur Verfügung.

Es hat sich ein Kreis von etwa 70 Personen gefunden, die sich die Dienste im Momentum aufteilen. Sinnvoll, hilfreich, lehrreich und die Persönlichkeit bereichernd, wird der Dienst bewertet.

Infotage_2014[1]

Infotage 2014

Seit Eröffnung des Momentums bis Ende März 2015 hat sich die durchschnittliche tägliche Kontaktzahl von 23 auf 38 gesteigert; monatlich von 486 auf 801.

Auffallend ist der hohe Männeranteil an Besuchern (48%). Die Altersverteilung bewegt sich gleichförmig in den Gruppen bis 20, unter 40, unter 60 und über 60 Jahren. Die Themen der Besucher werden dokumentiert und inspirieren die Gestaltung des Halbjahresprogramms. Themen aus dem Lebensalltag rangieren ganz weit oben (65%), gefolgt von Glaube/Kirche (20%) und Gesellschaft (15%).

Krebs, Internetkurs 50plus, Kunst aus Teelöffeln, biblische Weinprobe, Kochen der Kulturen, Stressbewältigung, Vorträge zu Evangelii gaudium und fairem Handel, Flüchtlingstreffen mit der Landrätin, Taizé- und Friedensgebet, öffentliche Lesungen auf dem Straßenpflaster oder Palmbuschverteilung auf einem belebten Platz zeugen von der Dynamik des Programms und dem Elan der Programmmacher (weitere Informationen: www.momentum-nk.de)

3.1. Momentum – eine frische Form von Kirche

Mitarbeiter und regelmäßige Besucher haben sich zu einer neuen Form von Gemeinde gefunden. Flache Hierarchien, lose strukturiert, verbunden durch Beziehungen und das Erleben einer vorurteilsfreien Annahme der Person, konkreter Diakonie („Ich höre dir zu“; „Ich öffne dir mein Herz“; „Ich habe Zeit für dich“), prozesshaft und sinnstiftende Partizipation. Hier entwickelt sich eine „frische Form“ von Kirche (vgl. Sellmann).

Missional und kontextuell

Tiersegnung[1]

Tiersegnung

Momentum ist nach außen gerichtet, sucht den Kontakt zu Menschen, die kaum Bezug zur verfassten Kirche oder zum Evangelium haben und ist überzeugt von der „vorgängigen Präsenz Gottes in der Welt“ (Knobloch) und baut mit am Reich Gottes im Hier und Heute. Momentum gibt Kirche im Kontext der Passanten, Sinnsucher und Beladenen eine neue Form.
Lebensverändernd

Menschen erfahren als Besucher ein helfendes und heilendes Beziehungsangebot, das sie frei annehmen oder ablehnen dürfen. Sie erleben den Wohlgeruch Christi (2 Kor 2,15) in der konkreten Begegnung mit einem Du, das sie meint. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wachsen über sich hinaus. Unterschiedliche Charismen kommen zum Nutzen aller zum Einsatz.

Gemeindebildend

Im Momentum entsteht eine „ekklesia“; eine Gemeinschaft vom Geist des Evangeliums geprägt. Momentum ist auf dem Gebiet der innerstädtischen Pfarrei St. Marien ein eigener Kirchort geworden; keine Konkurrenz zur etablierten Form, sondern eine geschätzte Erweiterung. „Damit ist sie ganz Kirche, aber nicht die ganze Kirche“ (vgl. Weimer).

3.2. Momentum – Zeugnis für einen Leben schenkenden Glauben

Gespraech[1]

Seelsorgliches Gespräch

Im Gespräch – im Momentum oder auf der Straße – atmet der Geist der Partnerschaft und des Dialogs. In der Haltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drückt sich Respekt und Achtung vor der Lebensgeschichte des Besuchers aus, die oft zerbrochen, minder bewertet und schmerzlich empfunden wird. Im Anderen begegnen die Mitarbeiter von Momentum Christus und lernen ihren Glauben neu. Jeder Mensch hat etwas erfahren oder zu sagen über die Gegenwart Gottes im Leben. Das, gemeinsam zu entdecken, ist ein Geschenk und unverfügbar. Es geht hier mehr um eine spirituelle Grundhaltung und einen Lebensstil, der neue Formen hervorbringt. Evangelium ist weniger Information als vielmehr „sich ereignendes Beziehungsgeschehen“ (Quisinsky, 138) „Die Gottesgegenwart in den Vollzügen menschlichen Lebens zur Welt kommen und sich entfalten zu lassen…“ (Quisinsky, 138) ist Programm und verinnerlichte Spiritualität in den Räumen und im Herzen von Momentum. Gastfreundschaft ist mehr als Kaffee und Kuchen und ein freundliches Wort. In ihr kommt die Menschenfreundlichkeit Gottes zur Welt, wird dem Glauben Leben geschenkt.

3.3. Momentum – Kirche im Aufbruch mit offenen Türen (EG 46)

Palmstrauchaktion

Palmstrauchaktion

Mit dem Projekt Momentum – Kirche am Center brechen die Akteure wissentlich und willentlich mit Bequemlichkeit und einem „Weiter so wie bisher.“ Sie ergreifen Initiative, um als evangelisierende Gemeinschaft begleitend, hörend und mitfühlend für alle, die hereinkommen da zu sein und selbst auf den Straßen und Plätzen für die frohe und freimachende Botschaft zu stehen.

„…Die Schönheit der heilbringenden Liebe Gottes, die sich im gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat“, (EG 36) gilt es in Stil, Form und Ausdruck zur Geltung zu bringen. Das schließt alle Dimensionen des Daseins ein. So hat der Dienst am Einzelnen darüber hinaus eine soziale Dimension, denn „Gott erlöst in Christus nicht nur die Einzelperson, sondern auch die sozialen Beziehungen zwischen den Menschen“. (EG 178)

4. Momentum – ein Projekt entwickelt sich weiter

Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutliche Entwicklungsperspektiven auf:

4.1. Raum der Stille – ein Ort der inneren Einkehr und Hinwendung zu Gott

Mit dem Raum der Stille soll im Momentum ein Sakralraum in neuer Gestalt errichtet werden. Durch den Umzug in eine neue Immobilie gewinnt Momentum einen Raum, in dem sich die Seele im Stillen nach Gott ausrichten kann. Er ist an fünf Tagen der Woche geöffnet und kann aufgesucht werden.

4.2. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich gerne im Momentum

Momentum bietet viele Bindungs- und Beziehungsmöglichkeiten unterschiedlicher Qualität. Von der Mitarbeit als Gesprächspartner bis zur finanziellen Unterstützung in Form einer Geldspende können sich Menschen am Momentum beteiligen. Die Identifikation der Mitarbeiter ist hoch, da das Momentum eine hohe Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Mitbestimmung ermöglicht. Die Projektleitung betrachtet diesen Dienst als sehr wertvoll und legt Wert auf eine Kultur des Dankens.

In der Haltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drückt sich Respekt und Achtung vor der Lebensgeschichte des Besuchers aus

Hierzu Zitate der Mitarbeiter:

„Mir ist im Momentum wichtig, dass wir hier so viele Gespräche führen. Wir kommen mit so vielen Themen und Menschen in Kontakt, mit denen wir sonst nicht in Kontakt kämen. Das ist sehr intensiv.“

„Mich beeindruckt, wie offen die Menschen mit uns über ihr Leben und ihre Sorgen sprechen. Solch offene und ehrliche Gespräche habe ich in meine Heimatpfarrei noch nicht erlebt.“

„Ich finde schade, dass ich manchmal nicht dabei sein kann. Die kollegiale Praxisberatung finde ich so richtig gut. Man kann Mitarbeiter kennen lernen, besser kennen lernen und Fragen besprechen. Vor allem finde ich auch wichtig miteinander zu feiern“.

„Momentum ist so wertvoll und wichtig, weil es einen neuen Weg von Kirche beschreitet, zu den Menschen hin. Weil es den Menschen unvoreingenommen gegenüber tritt und jeden willkommen heißt. Es bietet Raum, den Glauben zu leben“.

4.3. Synergien aus der Kooperationsarbeit

Neue Kooperationsformen haben sich entwickelt. Hierzu gehören auch Kontakte zu Institutionen wie der Stadt Neunkirchen, dem Saarpark-Center oder der Stadtbibliothek, die es vorher in dieser Intensität noch nicht gab. Ebenso entwickeln sich neue Aktionsformen zwischen den Kooperationspartnern des Momentum wie etwa ein Podiumsgespräch „Selbstbestimmt leben bis ans Lebensende“ oder „Liebe geht durch den Magen – Kochen der Kulturen“.

Dieser Prozess des Zusammenwirkens ist weiter zu fördern, um die Synergien für den Kirchenentwicklungsprozess im Raum Neunkirchen zu nutzen.

4.4. Wenn Kirche draußen ist, kann sie was erleben

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Nikolausaktion

Mit unterschiedlichen Aktionen und Initiativen geht Momentum auf die Straßen und Plätze der Stadt – Nikolausaktion im Center, Tiersegnung auf dem Lübbener Platz, Palmzweigaktion Stummplatz…

Die Geschichten, die sich bei diesen Aktionen ereignen, erzählen von überraschenden Begegnungen. Sie zeigen, dass Verkündigung auch außerhalb von Kirchengebäuden „geschieht“. Der Weg, nach draußen auf die Menschen zu, ist noch gezielter zu gehen. Wie im Gleichnis vom Sämann müssen diese Aktionen wie Samenkörner „verschwenderisch“ angeboten werden. Hierzu braucht es noch mehr „Sämänner und -frauen“, die bereit sind, mit missionarischem Eifer das Licht des Evangeliums auf die Straßen und Plätze zu tragen, denn Gott ist bereits in der Stadt.

Links

Literatur

  • Amherdt, F.-X., Bünker, A., Leben zeugende Pastoral“ – Pastorale d’engendrement. Ein Gespräch über eine Erfahrung (nicht nur) in der Romandie, in: A. Bünker, C. Gellner (Hrsg.), Kirche als Mission. Anstiftungen zu christlich entschiedener Zeitgenossenschaft, Zürich 2011, 167-175.
  • Die Bischöfe in Frankreich, Brief an die Katholiken Frankreichs, Proposer la foi dans la société actuelle, 1996.
  • Knobloch, S., Im Gesellschaftskontext von heute missionarisch Kirche sein. Redlichkeitsapekte dieses Anspruchs, in: A. Bünker, C. Gellner (Hrsg.), Kirche als Mission. Anstiftungen zu christlich entschiedener Zeitgenossenschaft, Zürich 2011, 25-35.
  • Quisinsky, M., Lebenschenkender Glaube. Eine pastorale Konzeption aus dem französischen Sprachraum, in: HK 66, 3/2012, 137-141.
  • Sellmann, M., „Frische Ware“. Notizen zur aktuellen Liquidierung der Gemeinde, in: Lebendige Seelsorge 1/2013,18-23.
  • Weimer, M., Gekommen um zu bleiben. „Fresh Expressions of Church“- Methodologische Ansätze einer missionalen Initiative innerhalb der Church of England, in: V. Dessoy, G. Lames, M. Lätzel, C. Hennecke (Hrsg.), Kirchenentwicklung. Ansätze – Konzepte – Praxis – Perspektiven, Trier 2015, 427-436.
  • Zerfaß, R., Menschliche Seelsorge, Freiburg, 1985.

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