022012

Foto: diepuppenstubensammlerin: Bergkamen Tante Emma 5 (CC BY-NC-SA 2.0), Bildausschnitt

Konzept

Martin Lätzel

Die Ästhetik pastoraler Irritation: Organisationstheoretische und pastoralplanerische Überlegungen zu Kirchenstudien. Oder: Warum Störungen nachhaltig sind

Die Kirche als Organisation

Die Wellen der Sinus-Kirchenstudie schlugen vor rund fünf Jahren hoch. Die einen rannten, in Anbetracht der Kraft und Dynamik, los, um sich mit den Surfbrettern der Aktionisten kreischend in die Fluten zu werfen, begeistert ob der Dynamik, die sich ihnen auftat, der Geschwindigkeit, mit der sie sich bewegen können und der Erfüllung ihrer eigenen Wünsche, nämlich be-greifbar erleben zu können, was sie sich angesichts der in der letzten Zeit zunehmenden Flaute der kirchlichen Ozeane intuitiv bereits gedacht haben.

Andere wiederum stand am Strand, sahen die Wellenberge und rannten weg, ins sichere Landesinnere, wo der Wind ein wenig abflaute, und hofften darauf, dass die sorgsam aufgetürmten Wellenbrecher ihren Dienst leisteten, bis das Wasser wieder ruhiger werden würde.

Ähnlich verhielt und verhält es sich mit so manch anderen Studien, die seither in den deutschen Kirchen, über die kirchlichen Medien usw. veröffentlicht wurden.1 Fast meint man, erstmals seit der Synode Mitte der siebziger Jahre und den mit ihr verbundenen Untersuchungen haben Studien wieder rechte Hochkonjunktur. Zurzeit werden die Delta-Menüs von Carsten Wippermann diskutiert.2

Die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz gab 2006 gar ein Gutachten zu sozialwissenschaftlichen Studien heraus, um sich einen Überblick zu verschaffen.3

Der pastoraltheologisch geschulte Beobachter sieht die Szene, und fragt sich, als „kreativ Theologie-Treibenden“ (Hermann Steinkamp), was dran ist am Wellenschlag, und ob das Wasser trägt oder an der Sandvorspülung nagen wird. Konkret geht es um die Frage, ob die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Studien für die pastorale Planung taugen, und wenn ja, mit welchen Implikationen sie verbunden sind. Was bringen der Organisation Kirche und ihrer pastoralen Planung die Ergebnisse von Kirchen-, Medien-, und Milieusstudien?

Gerade weil Pastoraltheologie reflexiv arbeitet und ihren Ausgangspunkt in der Praxis nimmt, also, mit Norbert Mette gesprochen, statt der Deduktion aus der Theorie, induktiv aus der und für die Praxis arbeitet, ist die Konfrontation mit gesellschaftlichen Phänomenen, in denen sich die kirchliche Arbeit bewegt, unersetzlich. Dass die Kirche als Organisation besteht und sich im Rahmen des Organisationalen, Institutionellen bewegt, ist evident. Wer diese Tatsache anerkennt, sich also von einem Verständnis der Kirche als einer frei flottierenden, spirituell geprägten Gemeinschaft, die unangefochten über der Zeit und ihren Phänomenen schwebt, verabschiedet, muss sich mit der Entwicklung dieser Organisation und ihren Interdependenzen auseinandersetzen. Dafür braucht es die Organisationskompetenz. „Nur wer sich in der Organisationsgesellschaft auskennt und sich eine wenigstens anfanghafte Vorstellung darüber machen kann, wie viel Organisation es in heutiger Gesellschaft braucht, um das Vorkommen von Religion sicherzustellen, kann sich ein Bild davon machen, auf welche Weise und in welchem Maß strukturiert ‚Kirche in der Welt von heute’ ihren Auftrag zu realisieren hat. Nur wer verstanden hat, und das meint Organisationskompetenz, dass die kirchliche Wirklichkeit organisational ist, und zwar auf eine sehr komplexe Weise organisational, und wer auf Grund seiner Organisationskompetenz voraussehen kann, wann und wie Kirche organisational tickt, wird sich mit all seinen übrigen Kompetenzen erfolgreich in ihre pastorale Arbeit einbringen können.“4 Norbert Schuster plädierte in diesem Zusammenhang für die Relevanz der Systemtheorie Niklas Luhmanns in der Pastoraltheologie. In der Auseinandersetzung mit ihr, die sich zunächst sehr deutlich von der Habermasschen (und allgemein im kirchlichen Kontext bevorzugten) Handlungs- und Diskursorientierung absetzt, sah Schuster wichtige Anregungen für die „Reflexions- und Ausbildungsaufgabe der Pastoraltheologie“. Denn, so Schuster, „Probleme berufspraktischer Art scheinen nicht mehr in erster Linie mit einer personal ansetzenden Handlungstheorie, sondern methodisch wohl eher mit einer systemisch ansetzenden Gesellschafts- bzw. Organisationstheorie rekonstruierbar. Der Pastoralarbeiter hat es als einzelner nicht in der ‚Hand’, seine Arbeit aus seiner eignen Logik heraus gesteuert wahrzunehmen, er kann bestimmte Folgen gar nicht hervorrufen, andere stellen sich zwangsläufig ein. Es geht immer seltener um ‚sein’ (fehlendes) Wollen oder Können, sondern um die Bedingungen dieses Wollens und Könnens. Die Wiefrage wird die alles entscheidende werden.“5 Die „Wiefrage“ sucht die Form der Vermittlung und die Kommunikation zwischen den, mit Luhmann formuliert, Systemen, sie sucht damit – pastoral gesprochen – Möglichkeiten einer Transformation der eigenen Botschaft; sie sucht den Anknüpfungspunkt zu den Menschen und ihren Lebenswelten in der Zeit.

Was bedeutet pastorale Planung?

Planung ist im ökonomischen Verständnis eine „gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns[,] ein willensbildender, prinzipiell systematischer Entscheidungsprozeß mit dem Ziel, zukünftige Entscheidungs- oder Handlungsspielräume zielbezogen einzuengen und zu strukturieren“6. Planung versucht theoretisch zukünftige Szenarien zu entwickeln und leitet daraus Konsequenzen für die (zukünftige) Praxis und die notwendig einzuleitenden Schritte dorthin ab. Planung ist ein dynamischer Prozess, der sich ständig an der Entwicklung messen lassen muss und der, wo nötig, justiert werden muss. Wir haben es also nicht mit einer starren Entwicklung zu tun, sondern einem Weg, dessen Ziel vorausgeahnt werden kann, das aber nicht sicher ist. Diese Erkenntnis ist trivial, spielt jedoch im Kontext der Pastoral eine gewichtige Rolle. Dort herrschen vielfach noch recht starre Vorstellungen, wie das nächste Projekt z.B. in der Gemeinde (oder in der Diözese) angegangen werden kann. Dabei sind zwei grundlegende Fehlansätze zu beobachten. Zum einen entspringen die Ideen zunächst aus der Sicht der Verantwortlichen, seien es Ehren- oder Hauptamtliche, die aus i h r e r Sicht etwas entwickeln, von dem sie sich vorstellen, dass es eine interessierte Zielgruppe gibt (bzw. aus dieser Position zwangsläufig geben m u s s, weil sich ja der Ideengeber daselbst interessiert). Da ist zum anderen das Festhalten an einem Weg, selbst wenn er offenkundig erfolglos ist. Wenn z.B. die Firmvorbereitung gefloppt ist, muss man nur das Konzept verbessern, vielleicht noch ein bisschen rigider werden, um den gewünschten Erfolg zu bekommen. Dass der Ansatz grundlegend falsch sein könnte, ist oft nicht im Blick.

Eine vernünftige pastorale Planung versagt sich dieser Wurzelsünden, das heißt, sie setzt bei der Bedürfnisanalyse an und ist bereit zur ständigen Evaluation ihrer Entfaltungen. Ist Kirche planbar?7 Sie muss angesichts der erodierenden Selbstverständlichkeiten planbar werden! Zu den Zeiten der Volkskirche, konnte man sich auf Vertrautes verlassen, die Rezeption war garantiert. Wenn nun von Seiten der Gesellschaft (religiöse) Institutionen in Frage gestellt werden, muss sich die Kirche auf ein Change Management einlassen. Nichts anderes, als den (sowieso vor sich gehenden) Wandel zu gestalten und in substanziell verantwortbaren Bahnen zu lenken, besagt pastorale Planung. „Zu einem Prozess der Wandlung gehört es, Weichenstellung vorzunehmen und Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen betreffen das Leitbild oder Selbstverständnis der Kirche. Bekanntermaßen sind viele kräfteverschleißende Phänomene in der römisch-katholischen Kirche darauf zurückzuführen, dass es einen Konflikt zwischen mindestens zwei konkurrierenden Leitbildern von Kirche gibt, die zu ziemlich entgegengesetzten Selbstverständnissen, Organisationsformen und pastoralen Konsequenzen führen. Die Fachleute bezeichnen diesen Konflikt als Widerstreit zwischen einer Volk-Gottes- oder Communio-Ekklesiologie, welche bei der Sendung und Berufung aller Getauften ansetzt, und einer hierarchischen-juridischen Ekklesiologie, welche den Papst bzw. den Bischof als erstes und vorrangiges Kirchensubjekt versteht.“8 Aus den Ergebnissen von Studien Schlussfolgerungen für die pastorale Planung zu ziehen bedeutet, ästhetische Präferenzen von Menschen seitens der Pastoral wahr- und ernstzunehmen und dabei eigenes Unvermögen und gesellschaftliche bzw. kulturelle Legasthenie einzugestehen. Die Kirchentüren öffnen sich und die Kirchenleute sind bereit, sich vom Leben der Menschen berichten zu lassen. „Es wird“, so sagt Medard Kehl, „in Zukunft viel davon abhängen, dass die Zustimmung zu kirchlichen Weisungen und die Teilnahme an kirchlichen Vollzügen nicht primär als Gehorsam oder Gewohnheit, als Pflichterfüllung oder Brauchtumspflege erlebt wird, sondern als Ausdruck einer persönlichen Freiheitsentscheidung, einer von Einzelnen getroffenen und verantworteten Wahl.“9

Das Ziel pastoraler Planung muss im Sinne der Organisation (Profil, Angebot) und im Sinne der Shareholder, Rezipienten und Kunden sein.10 Dabei kann das konkrete Gegenüber in der Pastoral durchaus auch als „Kunde“ verstanden werden, als jemand, der mir „Kunde“ verschafft, um in den Dialog über das Leben und den Glauben zu treten und dadurch die Möglichkeit bietet, dazu zu lernen. Sicher aus seiner milieubedingten Perspektive, also unter den Bedingungen der ästhetischen Präferenzen.11 Pastorale Arbeit ist demnach kundenorientiert im positiven Sinn. Martin Pott versteht Kundenorientierung „nicht als manipulative Technik zur Instrumentalisierung von Käufern für die eigene Gewinnsteigerung, sondern im Sinne des modernen Dienstleistungsmarketings […], für das kundenorientiertes Beziehungshandeln der dreh- Und Angelpunkt der Begegnung von Anbieter- und Abnehmer-Seite ist. […] Diese Sicht der Kundenbeziehung beruht auf der Annahme, dass das Produkt Dienstleistung ko-evolutiv und ko-produktiv aus der Interaktion der Marktteilnehmer zu entwickeln ist. […] Kundenorientierung [in Pastoral und Caritas, Erg. M.L.] ist Beziehungshandeln, das theologisch immer im Horizont des Beziehungshandeln Gottes an uns steht.“12 Pastorale Planung steht somit immer in einer dialogischen Wechselbeziehung. Auf organisationaler Seite will sie „zu einer Neubesinnung und Neubewertung des kirchlichen Handelns anleiten, […] zu einer Konzentration auf Aufgaben führen, die sich als unaufgebbar und zukunftsweisend zeigen und […] Entlastung ermöglichen und Freiraum schaffen, kirchliches Handeln neu zu denken und zu gestalten“13 Auf der individuellen – der am Kunden orientierten – Seite, ist sie lernend und bereit, die kulturelle und ästhetische Lesefähigkeit der pastoralen Arbeit zu schulen. Pastorale Planung ist demnach mehr, als sich Ziele und Schlagworte für die kommenden Jahre zu setzen. Sie ist unter Einbeziehung gesellschaftlicher Realitäten und vorhandener Ressourcen kirchliche Organisationsentwicklung in dem Sinne, wie sie Norbert Schuster erinnerte, nämlich die Beantwortung der ‚Wiefrage’. „Auf der Basis kurzfristig zu sichernder Handlungsspielräume geht es im Kern (mittel- und langfristig) um die Wiederherstellung ihrer Umweltreferenz und ihrer Fähigkeit, in Zeiten des schnellen gesellschaftlichen Wandels Umweltreferenz herzustellen. Die Organisation ist als Ganze betroffen: Selbstverständnis, „Kundenbeziehung“ (Zielgruppenausrichtung), „Produkte“ und Qualität (pastorales Tun), Strukturen und Prozesse (Sozialgestalt), Finanzen (Ressourcen) und Mitarbeiter/innen (Rollen, Kompetenzen) können nicht isoliert betrachtet sondern nur in wechselseitiger Abstimmung neu aufgestellt werden.“14 Vor diesem Hintergrund plädiert Valentin Dessoy für einen Wechsel von der Gemeindeberatung bzw. Gemeindeentwicklung zu einer gesamtkirchlichen Organisationsentwicklung. Studien und Untersuchungen geben dafür wertvolle Hinweise.

Exploration und Konkretion

Der russische Maler Alexej von Jawlensky hat unzählige Christusbilder hinterlassen, einige davon sind vor ein paar Jahren in der Hamburger Galerie der Gegenwart zu sehen gewesen. Die Struktur der Bilder ist grundsätzlich ähnlich, bei so manchem hat der Künstler gar die Pinselstriche abgezählt. Die Motive Jawlenskys sind, wie die Beschreibung im Internetauftritt der Kunsthalle Hamburg seinerzeit formulierte15, „Meditationen […] wie voller Inbrunst wiederholte Gebete“. Und doch beweist der kritische Blick, dass sich keines wirklich dem anderen komplett ähnelt. Das Gesicht des Heilands ist nicht gleich, sondern immer anders. Wenn wir heute Jesus als den Christus verkünden, so ist er immer derselbe ‚aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eine Wesens mit dem Vater‘. Und doch ändert sich das Gesicht des Heilands immer wieder durch die verschiedenen Menschen, denen wir begegnen (Mt 25,35-40). So muss die Pastoral wach bleiben für die alltäglichen Christusbegegnungen in allen Menschen in allen Facetten. „Rechnet man aus der Perspektive des Glaubens mit einem Gott, der den Menschen eine Freiheit ermöglicht hat, die es ihm nicht nur erlaubt, sein Leben autonom zu gestalten, sondern auch, frei die Frage nach Gott zu stellen und dann womöglich sein Leben im Horizont Gottes zu leben, so erklärt sich zunächst, warum es überhaupt die Pluralität der Lebensentwürfe bezogen auf das Phänomen gibt, dass Menschen religiös oder nicht religiös, kirchlich verankert oder kirchenfern leben. Zunächst einmal ist das, was sich als gesellschaftliche religiöse Pluralität zeigt, nichts anderes als die Konsequenz davon, dass Gott nicht anders als frei Gott für den Menschen werden will.“16 Die Sinusmilieus (oder ihre Weiterentwicklung in den Delta-Milieus, s.o.) stellen zum Beispiel das ganze gesellschaftliche Spektrum dar, und niemand darf aus pastoraler Warte eines der Milieus exkludieren will er nicht signifikante Teile der Gesellschaft exkommunizieren. Das eine ästhetische Exkommunikation per se oft durch den pastoralen Auftritt stattfindet – von Michael N. Ebertz vor vielen Jahren ausführlich beschrieben17 – ist problematisch genug. Erhobene Daten bieten aber die Chance, genau hinzusehen und neue, vielleicht ungewohnte Wege zu gehen.18 Die Gefahr, sich im Change Managementprozess zu weit von Glaubensinhalten zu entfernen, ist evident, wie schon Luhmann bemerkte. „Wenn die Organisation in allem, was sie akzeptiert und reproduziert, eine Entscheidung sieht, muss das zu einer Dekonstruktion von Glaubensinhalten führen. Ob solche Entscheidungen ‚unfehlbar’ sind oder nicht, macht in dieser Frage keinen Unterschied. Das Problem liegt schon darin, dass es sich überhaupt um Entscheidungen handelt, die auch anders oder gar nicht getroffen werden könnten. Entscheidungen werden, das liegt schon im Begriff, in der Beobachtungsdirektive des Begriffs, als kontingent erfahren, und genau darauf beruht die Zukunft der Organisation, die nur in der Form der Möglichkeit künftiger Entscheidungen Gegenwart werden kann.“19 Aber: Es gibt keine Alternative. Es braucht die organisationale Entwicklung und die Bewahrung des inneren Pünktleins (Martin Buber), also der Substanz, sprich: Der Botschaft (Mission/Message).

Fertige Patentrezepte liegen mit Studien gleich welcher Art noch nicht auf dem Tisch und so ist der unkritische Wellenritt ebenso unberechtigt, wie die ängstliche Zurückweisung. Wir haben es hier mit Instrumenten zu tun, mit denen es kreativ und interdisziplinär20 zu arbeiten gilt. Interdisziplinarität richtig verstanden, führt einen Dialog zwischen einer eigenständigen Theologie und einer eigenständigen Sozialwissenschaft. Deswegen geht es in der Konfrontation pastoraler Planung zum Beispiel mit Milieustudien und den daraus zu folgernden Konsequenzen nicht um eine Affirmation gesellschaftlichen Verhaltens, im Sinne eines „Auf-den-Zug-spingen“ – einem Vorwurf, dem sich eine kirchliche Orientierung an empirischen Untersuchungen leicht ausgesetzt sieht – sondern diametral um eine „Unsicherheitsabsorption“, also die „gesellschaftliche Funktion der Irritation [als] Herstellung und Wiederherstellung von Unsicherheit“21 wie dies der Stuttgarter Kunsthistoriker Hans Dieter Huber als Funktion der Bilder in der heutigen Gesellschaft sieht. Das gilt es näherhin zu erläutern. Der Kunst und der Theologie kommen angesichts der gesellschaftlichen Differenzierungen in der Tat vergleichbare Aufgaben zu, u.a. die von Huber bezeichnete Irritation durch die Bilder. Mit einem Unterschied: Kunst braucht letztlich keine unmittelbare Anschlussfähigkeit, sie kann auch für sich und unverstanden stehen als Irritation par excellence. Pastorale Praxis muss Irritationen hervorrufen, führt sich als unverstandene dagegen ad absurdum, weil sie eben nicht aus sich heraus und für sich alleine, quasi autopoietisch bestehen kann. Im Übrigen kann auch die Kirche nicht als selbstreferentielle Organisation auf Dauer bestehen, weil ihr Selbstverständnis ein anderes ist. Leider sind hierzu aber vielfältige Ansätze – insbesondere in kirchlicher Verwaltung – vorhanden. Die Irritation der Bilder, so Huber, „führt zu einer permanenten inneren Unruhe, die das Reproduziertwerden durch sich selbst in Gang hält“22. Die Irritation kirchlicher Praxis führt hingegen zu einer wechselseitigen Unruhe in Pastoral und Gesellschaft und hält einen dynamischen Prozess in Gang. Die pastorale Planung arbeitet auf der Grundlage gesellschaftlicher Phänomene, ohne sie kritiklos aufzusaugen, aber sie nimmt sie Ernst. Die Antwort der Pastoral findet ihr Kriterium im Evangelium und tritt so in einen Dialog ein, der zur permanenten Unruhe in Pastoral und Gesellschaft führen muss. Das führt zu einer beiderseitigen Irritation, nämlich der Organisation und der Umwelt.

Was ist pastorale Irritation? Ist sie die Irritation der Pastoral oder die Pastoral, die irritiert? Beides! Sie ist Irritation der Pastoral, weil Überkommenes neu überdacht werden muss und in Frage gestellt wird. Sie ist Irritation durch die Pastoral, weil diese in Kenntnis der Gegebenheiten ihr eigens Weltbild gegen die dominierenden Sichtweisen der Gesellschaft stellt. Den Sinusjünger mag irritieren, dass sich in einem normalen Sonntagsgottesdienst einer durchschnittlichen Gemeinde immer noch unterschiedliche Milieus versammeln und es eine Stunde lang gemeinsam (sic!) aushalten – das schaffte sonst nur noch das letzte „Lagerfeuer“ Deutschlands, Thomas Gottschalk23. Kirchenjünger muss irritieren, dass aktive junge Leute etwas mit Gott anfangen können, sich als gläubig bezeichnen, und gleichzeitig die Institution und ihre Vertreter ablehnen. Die gegenseitige Irritation ist die Bedingung postmoderner pastoraler Praxis, beeinflusst durch die Kultur und geprägt durch Botschaft und Tradition. „Theologie [steht] immer unter dem Vorbehalt […]: ‚Der Geist weht, wo er will.’ (Joh 3,8). Theologie reflektiert, denkt nach, kommt daher immer zu spät. Gegenüber allen totalisierenden systemtheoretischen Integrationsversuchen markiert Theologie daher immer eine Grenze. Sie kommt zu spät. Weil sie sich deswegen auch nicht mehr hetzen muss, kann sie vorsichtig denken. Gegenüber der nachsichtigen Popkultur ist Theologie daher eher vorsichtig. Indem sie nachdenkt, vermag sie vorauszudenken.“24

Die Ästhetik pastoraler Irritation ist deren Umsetzung in der Bedürfnisdifferenzierung, der Kommunikation zwischen Inkommensurablen und der dialektischen Transformation kirchlicher Botschaft und gesellschaftlicher Konventionen. Die drei Punkte sind miteinander verbunden und überschneiden sich. Allesamt sind durch zwei Pole geprägt, Frage und Antwort. Konkret bedeutet die Anwendung sozialwissenschaftlicher Erkennisse in der Pastoralen Planung also:

  1. Bedürfnisdifferenzierung
  2. Kommunikation
  3. Transformation

→ Bedürfnisdifferenzierung

Divergierende Milieucluster erfordern zwingend eine Bedürfnisdifferenzierung. Das setzt voraus, Bedarf grundsätzlich anzuerkennen, abzufragen und die Pastoral auf mögliche Relevanz zu überprüfen. Gibt es eine Möglichkeit der Bedürfnisdifferenzierung in der Pastoral? Nicht im vorauseilenden Gehorsams, des kirchlich praktizierten „Immer-schon-voher-Wissens“, was Menschen ‚wirklich’ benötigen. wie Cla Reto Famos kritisch anmerkt.25 Er plädiert für eine „auftragsbestimmte Bedürfnisorientierung“26, die sich ständig an der Botschaft des Evangeliums ebenso messen lässt, wie an der Sehnsucht der Menschen. „Es ist der ganze Mensch, dem sich die Kirche zuzuwenden hat, aber im Blick auf Gott. Nicht der homo incurvatus in se, nicht der Narzissus ist der Bezugspunkt kirchlichen Handelns. Die Kirche hat ‚den durch die Güte Gottes geadelten Menschen’ [Karl Barth] im Blick, den Menschen in seiner Potentialität vor Gott und nicht in seiner Verirrung. Deshalb ist es immer der Mensch, wie er im Auftrag gefasst wird, der das Ziel kirchlichen Handelns ist. […] Wenn von daher klar wird, dass nicht einfach sämtliche existierenden Bedürfnisse durch die Kirche bedient werden, so zeigt sich auf der anderen Seite auch, dass in der notwendigen Zuwendung der Kirche zum Menschen die Koinzidenz der Auftragserfüllung liegt. Das Eingehen auf die Bedürfnisse der Menschen geschieht somit nie per se, sondern immer nur im Hinblick auf die Auftragserfüllung.“27 Die Bedürfnisdifferenzierung erfordert, in Planung und Durchführung der Pastoral offen zu sein, für verschiedene Anfragen und Angebote in dem Wissen, mit ihnen nur einen Ausschnitt der Bevölkerung zu erreichen, eben jenen, für den dieses Angebot „maßgeschneidert“ ist. Und selbst hier, wo genau das ästhetische Empfinden des Individuums angesprochen wird, ist die Irritation implizit. Insofern das Evangelium im Gespräch steht, verrückt es die Weltsicht und eröffnet neue Perspektiven auf das Selbst und die Welt. „[Es] ist nun ganz eigentümlich, wie Jesus mit unseren Wünschen, Bedürfnissen und Nöten umgeht. Wir können das nur in einem Doppelschritt ausdrücken. Die menschlichen Sehnsuchtsworte werden von Jesus rezipiert und transformiert. Er nimmt sich unser an, deckt in unseren Bedürfnissen die Entfremdung auf und erlöst uns von ihr.“28 Erlösung kann auch Integration bedeuten, das heißt die Aufhebung gesellschaftlicher Zwänge und der Impuls zur gegenseitigen Solidarität, die eine Gesellschaft reformulieren kann. Sie hat, so Claudia Schulz, einen besonderen Charme, der zugleich ihr theologischer Kern sei, zu entfalten, „wenn es gelingt, über persönliche Vorlieben und individuelle Interessen hinweg zu arbeiten und Menschen in eine Gemeinschaft zu integrieren, die Transzendenz erfahrbar macht. Dann wird die Kirche divergierende Teilhabe-Logiken verarbeiten und dennoch ihren Mitgliedern [und Nichtmitgliedern, Anm. M.L.] verdeutlichen können, worin sie sich vom Sportverein unterscheidet“29.

→ Kommunikation

Diese Punkt ist banal und wird doch oft genug ignoriert. Ein großer Teil der Krise der Kirche besteht in der Nicht-Kommunikation, zwischen ‚oben’ und ‚unten’, Kirchenfunktionären und Ehrenamtlichen, Ehren- und Hauptamtlichen, Priestern und Pastoralen Mitarbeitern, unter Ehrenamtlichen, Arm und Reich, Alt und Jung, und zwischen den Kernmilieus und den exkommunizierten Milieus. Das Evangelium setzt Geschwisterlichkeit unter den Anhängern Christi voraus (1 Thess 3,12; 4,9). Dass die Auseinandersetzung dabei nicht ausgeblendet wird, haben schon die Apostel bewiesen (Apg 15,6-21). Wer bereit ist, zu kommunizieren, ist bereit zu lernen und fremde Intention an „sich heran zu lassen“ und sich der Komplexität als Herausforderung zu stellen. Natürlich stört die Irritation, aber nur durch Störungen ereignet sic Dynamik.

Der Katalysator der Kommunikation ist der ästhetische Auftritt. Im Rahmen der Kunst spricht der Wuppertaler Kunstprofessor Bazon Brock von „ästhetischen Objekten“. „Objekte als Vergegenständlichungen abstrakter Aussagen, also ästhetische Objekte, erhalten ihre unabweisbare Bedeutung aus der Tatsache, daß Menschen für jede Form ihres Außenweltbezuges­ also auch für jede Form der Kommunikation mit anderen Menschen und sich selber darauf angewiesen sind, in der Objektwelt Äquivalente für das zu schaffen, worüber sie kommunizieren wollen bzw. was sie voraussetzen müssen, damit sie überhaupt zu sich und anderen eine sinnvolle Beziehung aufnehmen können.“30 In der Pastoral kommt es ebenfalls auf ästhetische Objekte an, das heißt, pastoral Handelnde und pastoral Treibende müssen sich fragen, „was“ sie „wie“ (s.o., die „Wiefrage“) vermitteln, um so einen angemessenen ästhetische Basis zu schaffen, auf der Kommunikation und inhärente Irritation überhaupt möglich sind. Das können theoretische Objekte, also Diskussionsbeiträge, Formulierungen, eigene Glaubensüberzeugungen (1 Petr 3,15) sein, oder aber mediale Objekte (Internet, Schriften, Plakate, Bilder) und pastorale Angebote, die zunächst einmal nichts weiter intendieren, als die christliche Botschaft kommunizierbar zu machen, als „Anschauungsobjekt“ sozusagen, um mit ihnen „[m]itten ins Milieu [zu] gehen.“31

→ Transformation

Die Transformation wird versuchen, unter Kenntnis der gesellschaftlichen Realität das Evangelium zu transportieren. Der Missionsauftrag wird auch in Zeiten von Kirchenstudien nicht aufgegeben, so wird ein Verdikt bleiben, allen Milieus die Botschaft zu bringen. Dafür gilt es, die jeweilige Sprache (Ästhetik) zu lernen. Bedingung ist die gelungene Kommunikation, möglich ist die Irritation im Sinne der Parrhesia (Hermann Steinkamp)32. Auf diesem Fundament kann die pastorale Planung aufbauen und überraschen. Indem sie anders ist. Indem sie reflektierend voraus denkt. Damit ist nicht das jahrzehntealte Schlagwort der Nichtanpassung gemeint. Projekte, wie Soul Side Linden in Hannover oder Kath 2.0 in Wuppertal überraschen gerade deshalb, weil sie nicht den üblichen Klischees über die Kirche entsprechen, sondern „anders“ sind. Die Transformation eines kirchlichen Angebotes an den geschmähten soziologischen Zeitgeist wird dann, im Umkehrschluss, als Nonkonformismus wahrgenommen, als überraschendes Moment.

Die Ambivalenz des Vorgehens findet sich auch in der Forderung der Transformation wieder. Selbstverständlich ist es Ziel der Pastoral, die eigene Botschaft „an den Mann“ und „an die Frau zu bringen“. Aber Mittelpunkt steht letztlich der (ästhetisch geprägte) Mensch, dem die ganze Seel-Sorge gilt. „In der unauflösbaren Dialektik von individueller Freiheit und unhintergehbarem Geprägtwerden ist es eine religions-, musik- und medienpädagogische Aufgabe, die Subjekte als Unterworfene zu ermutigen und zu ermuntern, ihr Leben in seinen Verletzungen und Vernetzungen, soweit dies menschenmöglich ist, selbst in die Hand zu nehmen und so zu lernen, sich und andere gehen lassen zu können.“33

Den genannten Punkten ist gemeinsam, dass Pastorale Planung in der Organisation Kirche eine Virtuosität im Umgang mit den Studien und Untersuchungen entwickeln muss. Sie sind kein Allheilmittel, weil sie als temporär zu betrachten sind, also einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Der Zugehörigkeit zur Lebenswelt wird die gesteigerte Individualisierung des Prosumenten folgen, das bedeutet den Übergang von der Lebensweltorientierung zur verabsolutierten ästhetischen Individualität.. Die Pastoral wird sich dynamisch auf diese Prozesse einrichten müssen, eben weil sie Organisation unter Organisationen ist und weil sie sich nicht vor der „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ (GS 1) der Menschen, und damit letztlich ihrer Sehnsüchte34 entziehen darf. Der Weg ist schwierig. Am Anfang steht die gesellschaftliche Vergewisserung, die sich je neu konstituiert, wie wir aus Untersuchungen wissen, und der adäquate Umgang damit. Das Problem ist nicht neu – wie die Bedeutung von Untersuchungen. Niklaus Luhmann formulierte bereits 1972: „Gerade soziologisch und organisatorisch gesehen scheint […] das Hauptproblem der Kirche ein theologisches zu sein. Ihre generelle […] Verunsicherung geht letztlich darauf zurück, dass es nicht gelingt, ihre gesellschaftliche Funktion im theologisch dogmatisierten Programm fassbar zu rekonstruieren.“35 Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse sind also eine Anforderung an die gesamte Theologie und die Praxis, aus der Theorie Konsequenzen zu ziehen. Sie sind nicht alles; das Gutachten der Pastoralkommission der DBK bilanziert zu Recht: „Daten sind noch keine Fakten.“ (175) Aber sie sind eine hilfreiche Irritation – und als solche nachhaltig.

  1. Einige Beispiele mögen pars pro toto gelten: Carsten Wippermann / Isabel de Magalhaes, Religiöse und kirchliche Orientierungen im dem Sinus-Milieus 2005, Heidelberg 2005; Sabrina Böhmer, Kinder unterm Kreuz. Religion als Medium elterlicher Erziehung, Berlin 2008; Claudia Schulz / Eberhard Hauschildt / Eike Kohler, Milieus praktisch. Analyse- und Planungshilfen für Kirche und Gemeinde, Stuttgart 2008; Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Woran glaubt die Welt? Analysen und Kommentare zum Religionsmonitor 2008, Gütersloh 2009; Monika Wohlrab-Sahr / Uta Karstein / Thomas Schmidt-Lux, Forcierte Säkularität. Religiöser Wandel und Generationendynamik im Osten Deutschlands, Frankfurt/Main 2009.
  2. Carsten Wippermann, Milieus in Bewegung. Werte, Sinn, Religion und Ästhetik in Deutschland, Würzburg 2011.
  3. Vgl. Boris Krause, Gutachten für die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz: Überblick über aktuelle kirchen- und religionssoziologische Studien, Münster 2006.
  4. Norbert Schuster, Organisationskompetenz als Schlüsselqualifikation in der Pastoralarbeit. Oder: Ein Plädoyer für die Prüfung der Systemtheorie als Metatheorie der Pastoraltheologie, in: Georg Köhl (Hg.), Seelsorge lernen in Studium und Beruf, Trier, 2006, 528-539, 533.
  5. Ebd. 538.
  6. Art.: Planung, in: Hermann May, Lexikon der ökonomischen Bildung, München – Wien 20045, 414.
  7. Bernd Jochen Hilberath / Bernhard Nitsche (Hg.), Ist Kirche planbar? Organisationsentwicklung und Theologie in Interaktion, Mainz 2002.
  8. Bernhard Nitsche / Bernd Jochen Hilberath, Einleitung, in: Ebd, 9-20, 12.
  9. Medard Kehl, „Du sollst ein Segen sein“. Die Sendung der Kirche in der Moderne, in: H. Keul / W. Kraning (Hrsg.), Um der Menschen willen. Evangelisierung – eine Herausforderung der säkularen Welt, Leipzig 1999, 282-299, 289.
  10. Vgl. Martin Lätzel, Priorisierung, Profilierung und Qualifizierung pastoralen Handelns, in: Valentin Dessoy / Gundo Lames (Hrsg.), „… und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ Zukunft offen halten und Wandel gestalten. Strategisches Denken und Handeln in der Kirche, Trier 2010, 166-177.
  11. Die individuelle Gestaltung des Lebens, die sich (noch) an Lebenswelten orientiert, wird in Zukunft Konsumenten in Prosumenten verwandeln, die gleichzeitige Hersteller und Konsumenten sind. Zudem werden Grenzen fließend werden, das heißt, abgegrenzte Milieus werden schwer zu fassen sein. Vgl. hierzu z.B. Alvin Toffler, The third wave, New York 1980; Ders./Heidi Toffler, Revolutionary wealth, New York 2006.
  12. Martin Pott, Kundenorientierung in Pastoral und Caritas. Anstöße zum kirchlichen Handeln im Kontext der Marktgesellschaft, Münster 2000, 336, 338.
  13. Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg (Hg.), Den Aufbruch gestalten. Pastorale Leitlinien der Erzdiözese Freiburg, Freiburg o.J., 7.
  14. Valentin Dessoy, Die Kirche als Organisation zukunftsfähig machen. Gemeindeberatung/ Organisationsentwicklung als Partner von Führung und Leitung (unveröffentl. Manuskript), 12. Vgl. Valentin Dessoy, Organisationsentwicklung. Kernprozess in einer zukunfsfähigen Kirche, in: Valentin Dessoy / Gundo Lames (Hrsg.), „Denn sicher gibt es eine Zukunft“ (Spr 23,18) Strategische Perspektiven kirchlicher Organisationsentwicklung, Trier, 2008, 32-61.
  15. Vgl. Martin Lätzel, Bilder einer Ausstellung, in: Pastoralblatt 54 (2002), 174-178.
  16. Magnus Striet, Zum Kirchenverständnis der Sinus-Milieu-Studie und deren Konsequenzen, in: IMPULSE für die Pastoral 2/2007, 18-22, 22.
  17. Michel N. Ebertz, Erosion der Gnadenanstalt. Zum Wandel der Sozialgestalt von Kirche, Frankfurt/Main 1998.
  18. Die absolute Kundenorientierung gilt im Übrigen für die Kirche ebenso, wie für jegliche anderen Kultureinrichtungen, selbst wenn man das auf Seiten einer sich als sakramental definierenden Organisation nicht wahrhaben will. Vgl. Armin Klein, Kulturmarketing. Das Marketingkonzept der Kulturbetriebe, ³München 2011, 39ff. Es gilt immer noch und das Wort Jacques Gaillots’: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“
  19. Niklas Luhmann, Die Religion der Gesellschaft, Frankfurt/Main 2000, 249.
  20. Vgl. zur Interdisziplinarität der Pastoraltheologie: Hermann Steinkamp, Theologie treiben – interdisziplinär. Zum Verhältnis von Theologie und Humanwissenschaften in der Praxis, in: Georg Köhl (Hg.), Seelsorge lernen in Studium und Beruf, Trier, 2006, 540-545.
  21. Hans Dieter Huber, Bild Beobachter Milieu. Entwurf einer allgemeinen Bildwissenschaft, Ostfildern-Ruit 2004, 194.
  22. Hans Dieter Huber, Ästhetik der Irritation, in: http://www.khm.de/kmw/kit/pdf/huber.pdf [13. August 2007].
  23. Vgl. „Gottschalk lässt alle zusammenrücken“, in: Hamburger Abendblatt vom 22. März 2003.
  24. Harald Schroeter-Wittke, now: Theologische Zugänge zu einer popkulturellen Kategorie, in: Theomag 40/2006 (http://www.theomag.de/40/hsw4.htm), [9. Januar 2012]
  25. Cla Reto Famos, Kirche zwischen Auftrag und Bedürfnis. Ein Beitrag zur ökonomischen Reflexionsperspektive in der Praktischen Theologie, Münster 2005, 126.
  26. Ebd. 207.
  27. Ebd. 218.
  28. Michael Herbst, Kirche wie eine Behörde verwalten oder wie ein Unternehmen führen? Zur Theologie des spirituellen Gemeindemanagements, in: Hans-Jürgen Abromeit (Hg.), Spirituelles Gemeindemanagement. Chancen – Strategien – Beispiele, Göttingen 2001, 101.
  29. „Kirche ist doch kein Sportverein!“ Dilemmata und Paradoxien und die Prekarität der Mitgliedschaft in der Organisation Kirche, in: Jan Hermelink / Gerhard Wegner (Hrsg.), Paradoxien kirchlicher Organisation. Niklas Luhmann frühe Kirchensoziologie und die aktuelle Reform der evangelischen Kirche, Würzburg 2008, 101-121, 121.
  30. Bazon Brock, Ästhetik als Vermittlung, unter: http://www.brock.uni-wuppertal.de/ [14. August 2007]
  31. Hermann Josef Heinz, Wege in die Milieus, in: IMPULSE für die Pastoral 2/2007, 45-47, 46.
  32. Hermann Steinkamp, Parrhesia-Praxis. Über die „Wahrheit zwischen uns“, in: PThI 2/2004, 232-248
  33. Schroeter-Wittke.
  34. Vgl. Martin Lätzel, Sehnsucht als Zeitzeichen, in: Pastoralblatt 52 (2005), 141-146.
  35. Niklas Luhmann, Die Organisierbarkeit von Religionen und Kirchen, in: Jakobus Wössner (Hrsg.), Religion im Umbruch. Soziologische Beiträge zur Situation von Religion und Kirche in der gegenwärtigen Gesellschaft, Stuttgart 1972, 245-285, 262. Hier zitiert nach Jan Hermelink / Gerhard Wegner, Die Evangelische Kirche in Deutschland auf dem Weg zur Organisation?, in: Dies. a.a.O., 17.